Klarinettentypen unterscheiden

Klarinettentypen unterscheiden | Der session-Ratgeber für Einsteiger

Die B-Klarinette

Die B-Klarinette ist unter den gängigen Klarinettenmodellen am meisten verbreitet und nimmt damit ein bisschen die Stellung des VW Golf ein. Sie ist sozusagen der Volkwagen unter den Klarinetten. Das Einsatzgebiet der B-Klarinette reicht heutzutage – Dank des durchsetzungsfähigen und glanzvollen Klangs - vom modernen Pop, über verfrickelten Jazz, bis weit hinein in die traditionelle Volksmusik. Dabei ist sie als Soloinstrument, sowie im Zusammenschluss mit mehreren Musikern gleichermaßen geeignet. Die B-Klarinette klingt in den hohen Lagen. Die Grundstimmung ist wie es der Name bereits vermuten lässt B. Der Tonumfang der B-Klarinette klingt von d – b‘‘‘ und damit einen ganzen Ton tiefer als notiert. Wie auch bei allen anderen Klarinettenmodellen, kann man sowohl zwischen einem deutschen, als auch einem französischen Griffsystem Wählen. Für welche Ausführung der B-Klarinette man sich letztendlich entscheidet hängt wie immer von den persönlichen Vorlieben, den Fähigkeiten des Spielers und natürlich auch ein bisschen von dem Einsatzgebiet ab. Eine Auswahl an B-Klarinetten in deutscher- sowie französischer-Griffweise haben wir in unserem Webshop zusammengestellt.

Die Es-Klarinette

Bei der Es-Klarinette haben wir einen wahren Exoten unter den gängigen Klarinettenmodellen. Die Es-Klarinette ist in den höchsten Lagen der Klarinettenfamilie zuhause und klingt damit noch eine Quarte höher als die B-Klarinette. Ihre Grundstimmung ist Es. Durch den durchdringenden hohen Ton wird die Es-Klarinette hauptsächlich in Orchestern eingesetzt und unterstützt dort in der Regel die im hohen Register klingenden Flöten.  Der Tonumfang klingt von g - es'''' und damit eine kleine Terz höher als notiert. Wie auch bei allen anderen Klarinettenmodellen, kann man sowohl zwischen einem deutschen, als auch einem französischen Griffsystem Wählen. Für welche Ausführung der Es-Klarinette man sich letztendlich entscheidet hängt wie immer von den persönlichen Vorlieben, den Fähigkeiten des Spielers und natürlich auch ein bisschen von dem Einsatzgebiet ab.

Die Bassklarinette

Tief, tiefer, Bassklarinette! Mit der Bassklarinette sind wir bei dem größten (nämlich doppelt so groß wie eine B-Klarinette), schwersten und gleichzeitig, dem am tiefsten klingenden Mitglied der Klarinettenfamilie angekommen. Die Bassklarinette klingt in tief-B und damit eine große None tiefer als im Violinschlüssel notiert. Ihr klingender Tonumfang geht dabei von B‘ – a‘‘. Neben der „französischen Notation“ im Violinschlüssel – die für den Spieler am einfachsten zu lesen ist, da sie für alle Klarinettenmodelle gilt – gibt es auch noch die „deutsche Notation“ im Bassschlüssel. Hierbei ist die Bassklarinette eine große Sekunde über dem Klang notiert. Da die Bassklarinette wie seine Brüder und Schwestern zu den transponierenden Musikinstrumenten gehört, muss der Spieler in beiden Fällen die Noten in die entsprechende Tonart transponieren. Dabei entsteht ein ganz tiefer, sonoriger Klang, der von vielen Spielern der Bassklarinette als samtig und warm beschrieben wird. Die Bassklarinette wird häufig in Symphonieorchestern und kleineren Ensembles eingesetzt, um dort den Klang in den tiefen Lagen zu erweitern. Aber auch in der traditionellen Kammermusik oder im Jazz weiß man das tiefe Bassfundament zu schätzen.


Optisch erinnert die Bassklarinette ein wenig an die Form eines Saxophons. Dafür sorgt das S-förmig gebogene Rohr, welches das schnabelförmige Mundstück mit dem Oberstück verbindet. Die Birne, die diese Aufgabe bei allen anderen Klarinettenmodellen übernimmt entfällt. Am unteren Ende der Bassklarinette ist der Becher ebenfalls leicht S-förmig gebogen. Seine konische Öffnung ragt fast um 180 Grad nach oben und erinnert den Laien ebenfalls an die Bauform eines Saxophons. Genau wie beim Saxophon, werden auch bei der Bassklarinette alle Tonlöcher mit Klappen geschlossen oder geöffnet. Das hat einfach den Hintergrund, dass einige Tonlöcher zu weit entfernt sind, um sie mit den Fingern zu erreichen und die Öffnungen der Löcher einfach zu groß sind, um sie mit den Fingerkuppen zu schließen. Aufgrund der physischen Abmessungen wird die Bassklarinette meistens im Sitzen gespielt. Dafür wird von dem Spieler die Bassklarinette auf den Stachel gestellt. Entscheidet man sich dafür seine Bassklarinette im Stehen zu spielen, verwendet man wie bei einem Saxophon einen Tragegurt.