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Haltung, Atmung und Ansatz beim Klarinette spielen | Der session-Ratgeber für Einsteiger

Ein- und Ausatmen ist nicht nur in unserem Alltag überlebenswichtig, sondern übernimmt auch beim Klarinette spielen eine wichtige Rolle. Es ist der Ursprung eines jeden Tons.

Die richtige Atemtechnik: Viel mehr als Ein- und Ausatmen

Um einen schönen, sauberen und konstanten Ton aus seiner Klarinette zu bekommen, reicht es nicht nur die verschiedenen Griffe zu erlernen, man braucht vor allem eine gute Atemtechnik. Nur durch einen konstanten Luftstrom kann man im inneren der Klarinette, durch Öffnen und Schließen der unterschiedlichen Tonlöcher verschiedene und aufeinander abgestimmte Töne entstehen lassen. Anders als beim natürlichen Ein- und Ausatmen, was in der Regel durch die Nase geschieht, wird beim Klarinetten spielen stoßartig durch den Mund ein- und dann konstant und eher gepresst durch selbigen wieder ausgeatmet.

Eine gerade Körperhaltung gehört beim Klarinette spielen zum guten Ton

Da die Atmung beim Klarinette spielen mit der Körperhaltung einher geht und nun mal zusammengehört wie  Ebbe und Flut, sollte man unbedingt auf einen aufrechten Rücken achten. Nur so kann sich das Zwerchfell – welches der wichtigste Atemmuskel ist und darüber hinaus den Bauchraum von der Brusthöhle trennt –  nach unten hin ausdehnen, um damit Platz für die Lunge zu schaffen. Die Lunge kann sich nach unten viel besser entfalten, da ihr Platz links und rechts von den Rippen und anderen Organen eingeschränkt wird. Für den Anfänger empfiehlt es sich die Klarinette vorerst im Stehen zu spielen. Das Atmen fällt einem automatisch leichter. Die Methode seine Klarinette im Sitzen zu spielen, eignet sich eher für fortgeschrittene Klarinettisten, wie man sie beispielsweise häufig in Orchestern findet. Entscheidet man sich für das Spielen im Sitzen, sollte man ziemlich weit vorne an der Stuhlkante und ebenfalls mit einer geraden Oberkörperpartie auf dem Stuhl Patz nehmen.


... vom Ansatz her gar nicht so schlecht!

Sobald man die richtige Körperhaltung verinnerlicht hat, kann man sich dem Ansatz der Klarinette widmen. Unter dem Ansatz versteht man nicht nur den Vorgang, dass Mundstück in den Mund zu nehmen – es anzusetzen –  sondern den kompletten Prozess des Anspielens. Die richtige Position für das Mundstück zu finden, ist dabei gar nicht so einfach und bedarf etwas Übung. Am besten formt der Mund ein o um das Mundstück und umschließt es, als würde man probieren durch einen Strohhalm zu trinken. Dabei sollte sich das Mundstück weit genug im Mund befinden, damit die Unterlippe das Blatt nicht beim Schwingen behindert. Befindet sich das Mundstück allerdings zu weit im Mund, wird man keinen Ton erzeugen können. Beim richtigen Ansatz bedeckt die Unterlippe dabei leicht die unteren Schneidezähne, so dass das Blatt nicht mit den Zähnen in Berührung kommt. Die oberen Schneidezähne liegen direkt auf dem Mundstück bzw. auf einem Bissblättchen, nicht nur um die Oberfläche zu schonen, sondern in erster Linie, um dem Klarinettisten einen besseren Halt zu gewährleisten. Die Kinnmuskulatur ist dabei leicht gestrafft. Wir empfehlen Einsteigern die ersten Gehversuche mit der Klarinette mit einem Klarinettenlehrer zu bestreiten. Eine falsche Haltung oder gar ein falsch angeeigneter Ansatz lassen sich später nur schwer wieder korrigieren.