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Marshall Code 50 Combo

Mit dem Marshall Code 50 Combo stellt die englische Traditionsmarke einen Verstärker vor, der ein absolut authentisches Modelling klassischer und moderner Marshall-Sounds mit professionellen Effekten bietet. Der 50 Watt-Combo Amp verfügt über 100 frei konfigurierbare Presets. Zusammen mit 14 verschieden Vorstufen-, 4 Endstufen-, 8 Boxen-Typen und 24 Effekten lässt der Marshall Code 50 Combo keine Wünsche offen. Der Gitarren-Combo besitzt einen 1 x 12 Zoll Lautsprecher, ein LCD-Diplay, Bluetooth und eine USB-Schnittstelle.

Marshall Code 50 Combo:

  • Modelling Combo-Amp
  • Code-Serie
  • 50 Watt Ausgangsleistung
  • 1 x 12 Zoll Lautsprecher
  • Instrument-, USB-, Fußschalter-, AUX-In-Eingang
  • Gain, Bass, Middle, Treble, Volume, Preset, Master-Regler
  • 100 einstellbare Presets
  • 14 Vorstufen Modelle
  • 4 Endstufen Modelle
  • 8 Lautsprecher Modelle
  • 24 professionelle Effekte
  • bis zu 5 Effekte gleichzeitig
  • Bluetooth & USB Verbindung möglich
  • Marshall Gateway App kompatibel
  • Kopfhörereingang
  • Tuner
  • programmierbarer Fußschalter (separat erhältlich)

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1 Personen haben dieses Produkt bewertet
  • Sebastian hat
    vergeben und schrieb:
    „Nach langem Hin und Her habe ich mich im Sommer 2016 schlussendlich entschieden, mein 120 Watt Röhren-Halfstack von Peavey (Ultra Plus) zu veräußern, da es meiner Lebenssituation nicht mehr angemessen war: Ich brauchte schlicht einen guten Wohnzimmer-Amp. Und ich war durchaus gewillt, der von mir so lange verschmähten digitalen Modeling-Technologie eine Chance zu geben, zumal ein mir leihweise zur Verfügung gestellter Vox VTX20 einen durchaus positiven Eindruck hinterlassen hat: Da schien sich auf diesem Gebiet in den letzten Jahren wirklich eine Menge getan zu haben. Nur: Mein eigener sollte schon einen 12"-Lautsprecher haben. Und betont britisch sollte es sein, nachdem ich die letzten 17 Jahre eher amerikanisch unterwegs war (siehe oben). Viel rumgesucht, viel verglichen, gelesen, Youtube konsultiert - der erste Versuch sollte ja möglichst sitzen. Es wurde also der Marshall CODE 50.

    Da das Netz voll ist von detaillierten Produktbeschreibungen über die CODE-Serie, die wohl jeder Interessierte schon runterbeten kann: Hier also nur meine subjektiven Eindrücke (nach mehr als hundert Spielstunden) und der Hinweis auf einige Besonderheiten, beginnend mit den negativen Aspekten:

    - Meine anfängliche Enttäuschung über die Klanggüte vieler Werks-Presets hatte - nach einigem Herzflattern - nichts mit schlechter Modeling-Qualität zu tun. Die Leute bei Marshall haben nur viele Presets mit so niedrigen Presence-Werten versehen, dass diese vielleicht abmikrofoniert fett und ausgewogen klingen, im Raum aber sehr dumpf und belegt rüberkommen. Da muss der geneigte Spieler also gegebenenfalls selber ran und nachregeln.

    - Ebenso haben es die Jungs bei vielen Werks-Presets, gerade für Humbucker-Gitarren, mit der Einstellung des internen Noisegates zu gut gemeint. Wenn also der Ton nicht nur dumpf, sondern gerade im Ausklang bröckelig und "kaputt" klingt: Einfach mal die Noisegate-Einstellung des Presets überprüfen.

    - Der Pitch Shifter ist der einzige Effekt, der die Erwartungen nicht erfüllen kann. Allein das Anreichern und "Verbreitern" von Gitarrensounds durch einen leichten Detune-Effekt im Cent-Bereich, den der Pitch Shifter ebenfalls ermöglicht, erweist sich als durchweg praxistauglich.

    - Beim Modeling der "British Class A"-Endstufe haben es die verantwortlichen Jungs von Softube wohl etwas zu gut gemeint: Bereits vollkommen cleane Preamp-Sounds bei Zimmerlautstärke ("Volume" und "Master" nicht höher als 1,5) geraten nicht in - durchaus wünschbare - Kompression, sondern zerren recht munter drauf los. Das war selbst bei den kleinsten Vintage-Combos aus den 50ern nicht der Fall.

    - Das Overdrive-Modell des DSL finde ich als einziges Preamp-Modell ebenfalls weniger gelungen; die Verzerrungen wirken irgendwie kantig, grob und erinnern eher an einen älteren Transistor-Marshall, was andererseits durchaus seinen eigenen Charme hat und die Soundpalette insgesamt erweitert; besonders authentisch ist es aber trotzdem nicht.

    - Marshall sollte deutlicher darauf aufmerksam machen, dass die Gateway-App erst ab Android-Version 4.4 funktioniert. Die manuelle Sound-Edierung (nein, nicht "Editierung" - Germanisten-Besserwisserei ;-) ) funktioniert zwar nach einiger Einarbeitung ebenfalls recht flüssig, aber wer von seinem Modeling-Verstärker intuitive "Plug 'n' Play"-Qualitäten ohne Smartphone- oder Tablet-Unterstützung erwartet, schaut vielleicht besser in Richtung Vox oder Blackstar.

    - Beim Abspeichern eigener Sounds hängt sich der Amp ab und zu auf und muss neu gestartet werden, wobei der zuletzt gespeicherte Sound zum Glück erhalten bleibt. Marshall kennt dieses Problem und will es mit dem ersten Firmware-Update behoben haben. Es ist also davon auszugehen, dass die nächsten Produktions-Chargen dieses Problem nicht mehr haben werden.

    - Der Amp ist LAUT!! Das Kleingedruckte auf der Gehäuserückseite spricht sogar von nominell 75 Watt, die der CODE 50 ("digital" hin oder her) auch sehr glaubhaft zu Gehör bringt. So weit, so gut. Ein etwas gleichmäßigerer Regelweg des Mastervolumens wäre jedoch insofern wünschenswert, als zwischen 0 und etwa 0,8 nichts passiert, die Lautstärke dann sprunghaft ansteigt und bereits ab 1,5 zu laut für die Mietswohnung ist, wenn man die abgespeicherten Volume-Einstellungen der Werks-Presets zur Grundlage nimmt.

    Davon abgesehen halte ich die klanglichen Möglichkeiten (auch, aber nicht nur angesichts des Preises) für hervorragend! Preamps, Effekte und Poweramps (jeweils mit den oben genannten Einschränkungen) sind grandios, die Wiedergabe über den extra für die CODE-Serie entwickelten Lautsprecher ist druckvoll, latenzfrei und transparent. Besonders lobende Erwähnung soll hier noch die Lautsprecher-Simulation finden: Man fragt sich zuerst, warum diese auch im Normalbetrieb, abseits von USB-Recording etc. aktiviert ist. Die nachgebildeten Speaker-Boxen haben jedoch maßgeblichen Anteil am Endresultat und bilden den Unterschied zwischen z.B. Greenbacks und Vintage 30s sehr schön ab. Schaltet man die Simulation hingegen ab, sägt es auch im Lautsprecherbetrieb, wie ein Overdrive-Pedal direkt ins Mischpult gespielt: Es soll also so. Alles wunderbar - wie auch die Marshall-typisch hochwertige Verarbeitung.

    In Summe rechtfertigen die oben genannten Mängel keinen Punktabzug; fünf Sterne erscheinen mir gerechtfertigt.“
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