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Gesamtbewertung
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  • Endlich habe ich das geschlossene Pendant zu meinem offenen AKG K812 (noch eines der ersten Modelle aus Österreich) gefunden. Klanglich ist der T5p dem K812 „fast“ ebenbürtig. Und gerade durch seine geschlossene Bauweise, bekommt der T5p vom Oberbass bis runter in den tiefschwarzen Frequenzkeller alles sauber, trocken, ultrapräzise und herrlich druckvoll transportiert. Ebenso sind die Mitten exzellent ausbalanciert und spielen seidig harmonisch mit dem Hochton als eine Einheit, ohne dabei aggressiv in den Höhen zu agieren oder aber die Mitten dominant in den Vordergrund zu stellen.

    Der Frequenzgang ist somit auf langzeittaugliches Hören abgestimmt, wodurch der Kopfhörer in keinem Moment anfängt, anstrengend oder nervig zu werden.
    Dies gilt im übrigen auch für den vorzüglichen Tragekomfort durch die anschmiegsamen Ohrpolster sowie dem butterweichen Kopfband. Und trotz des stolzen Gewichts von 350g vergisst man hier nach wenigen Minuten, dass man eigentlich einen Kopfhörer auf dem Kopf sitzen hat. Diese komfortable Erfahrung konnte ich bisher nur am K812 machen. Ich erwähne das an dieser Stelle bewusst, weil ich bezüglich Wärmeentwicklung bei Bügelkopfhörern immer schon sehr sensibel war und daher auch nie Kopfhörer XY länger als 15-20 Minuten tragen konnte.
    Weiter im Text...der angewinkelte Tesla Treiber - dessen Impulstreue man guten Gewissens als überragend bezeichnen darf - gibt einem auch nicht das Gefühl, man würde mit einem Kopfhörer Musik hören. Vielmehr suggeriert er dem Hörer, die Musik spiele sich quasi in einem Bereich zwischen „im Kopf“ bis gefühlt einem Meter vor dem geistigen Auge ab. Dadurch erscheint die Musik sehr plastisch und bekommt eine schöne räumliche Tiefe, bei deren metaphorischer Bühne Stimmen, Instrumente sowie bei Konzert Aufnahmen auch das Publikum sehr klar strukturiert und separiert ihren Platz einnehmen und logisch zu orten sind.

    Um kurz auf die Impulsfreude des Tesla Treibers einzugehen, verweise ich an dieser Stelle gerne auf ein sehr gutes Hörbeispiel von „Charly Antolini“ mit dem Album „Super Knock Out“. Man nehme sich einfach mal die Zeit und verkoste den ersten Track „Knock Out“. Der T5p ist - neben dem K812 - der erste Kopfhörer unter denen, die ich bislang genutzt/getestet/besessen habe, der direkt zu Beginn des genannten Songs, jeder noch so schnellen Drum und deren nuancenreichen Umrisse im Anschlag, so mustergültig und ansatzlos folgen konnte, als wäre es das selbstverständlichste der Welt für ihn.

    Aber wo es Licht gibt, findet sich bekanntlich auch Schatten. Denn aufgrund der geschlossenen Bauart fehlt es ihm im Klangbild auch irgendwo ein wenig an „Luftigkeit“ verglichen mit offenen Modellen wie dem bereits erwähnten K812 - keine Frage. Dennoch klingt er in Anbetracht der Tatsache, dass er geschlossen ist, durch den angewinkelten Treiber authentisch frei und gelöst von der Hörkapsel. Man hat zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, man verpasse ein Detail, eine Nuance, eine feine Soundverästelung. Chapeau! Aber der Klang ist wiederum auch nicht so gnadenlos ehrlich, linear und gar analytisch, wie der des K812. Und das ist auch völlig richtig so. Denn der T5p ist primär ein Kopfhörer für den HiFi Enthusiasten und kann dennoch, ebenso wie ein Studio Kopfhörer, als vollwertiges Musikwerkzeug eingesetzt werden.

    Ich zum Beispiel habe ihn für den Einsatz an mobilen Devices erworben. Sowohl an einem iPad Air, iPad Pro als auch - und hauptsächlich - an einem digitalen Audio Player, kurz DAP. In meinem Fall der „FiiO X5 3. Generation“. An den iOS Geräten klingt er dabei bemerkenswert gut und sehr dynamisch, was ich in dieser Intensität ehrlich gesagt nicht auf Anhieb erwartet habe. Zwar bin ich die Entjungferung mit einer gewiss hohen Erwartung angegangen, aber klanglich hat er mich tatsächlich sehr positiv überrascht.
    Zur Info! Meine Quelle auf den genannten iPads ist jeweils die App des Streaminganbieters „Qobuz“. Hier nutze ich auch das Abonnement „HiFi Sublime+“, welches mir ermöglicht, in 24Bit, Musik zu streamen - sofern diese in besagter Qualität verfügbar ist.
    Natürlich kann ein iPad Air/Pro keine Hi-Res Dateien verarbeiten. In 16Bit CD Qualität ist hier maximal möglich, ob direkt über 3,5mm Klinke oder das Lightning auf 3,5mm Adapter Dongle. Da ich mit den iPads nur YouTube und 1-2 Sendungen über die TVNOW App konsumiere, ist die Klangqualität (16Bit) hierüber mehr oder weniger doch peripher zu sehen. Nichtsdestotrotz gibt es hier absolut keinen Kritikpunkt, welcher erwähnenswert wäre. Der Sound passt hier einfach für die genannten Quellen.
    Will ich mehr? Dafür habe ich letztlich auch meinen FiiO Player. Hier zeigt dann der T5p sehr überzeugend, zu was er in der Lage ist. Wenn man ihn mit (anfänglich) 16Bit Material füttert, klingt das schon wirklich beeindruckend gut. Ganz gleich welches Musikgenre! Legt man noch eine Schippe drauf, in Form von 24Bit Hi-Res Dateien, perlt der Klang sprichwörtlich um einen herum und rollt sich regelrecht wie ein subtiler Klangteppich vor einem aus. Im Studio aufgenommene Alben von unter anderem Lady Gaga, Eminem oder auch Ricky Lee Jones klingen derart plastisch und gelöst, dass man sich wie inmitten der Aufnahme im Studio fühlt.
    Meine persönlichen, allgemeinen Genre Highlights sind Techno in all seinen Facetten - ob schnell, düster, dreckig, rotzig usw., Tech-House, teils EDM, Trap, Hardcore, Hardtechno, Rock - ob Klassik, Punk, Alternativ, Rap, Soul, Jazz, Jazzgesang, Blues, Funk, Pop, Klassik sowie Konzertaufnahmen und noch einiges mehr. Der K812 ist hier gerade bei Instrumental Jazz, Klassik sowie auch Konzertaufnahmen ein Stück nuancenreicher...Nicht besser klingend, aber detailverliebter. Man könnte auch sagen, er bohrt sich mehr in den Kern der Aufnahme und deckt diesen dem Hörer gegenüber auf mit allen Ecken und Kanten. Wohingegen der T5p hauptsächlich Spaß beim Musik hören machen soll. Mission zweifellos erfüllt! Denn durch die geschlossene Bauart und dem zackig spielenden Tesla Treiber baut sich eine fast schon körperhafte Dynamik auf.

    Zum Ende noch ein Schlusswort, warum ich mir den T5p neben dem K812 zugelegt habe...
    Ich habe mit dem T5p - ich betitelˋ ihn jetzt einfach mal frech als eine „mobile“ Version des K812 - den perfekten Kopfhörer gefunden, den ich nach Belieben an diversen mobilen Devices betreiben kann. Durch den impulsfreudigen Tesla Treiber und der zugleich niedrigen Impedanz von 32 Ohm, spielt er ohne zusätzliche Verstärkung straff und agil auf. Außerdem ist er mit sehr hochwertigen Materialien tadellos verarbeitet und optisch einfach nur ein zungeschnalzender Eyecatcher - ganz besonders live und in Farbe!
    Angesichts der bis hier genannten Punkte und einem letzten Vergleich in diesem Kontext mit dem K812 (Design, Material, Verarbeitung etc.), möchte ich natürlich noch das Thema Preis/Leistung ansprechen. Der K812, der anfangs noch in Österreich, Wien entstand, war zu diesem Zeitpunkt für rund € 1.500,- auf dem Markt zu haben. Das ist eine echte Hausnummer für einen dynamischen Kopfhörer!
    Für elektrostatische sowie magnetostatische Kopfhörer, die in einer anderen Liga, mit anderen Anforderungen spielen und auch komplexer zu betreiben sind, kann man gut und gerne mal bei € 3.500,- anfangen zu investieren. Das ist keine übertriebene Behauptung, sondern Fakt. Im Zweifel auch über Onkel Google zu recherchieren, z.B. „Stax“, „Sonoma“ oder „HiFiMAN“.

    Wieder zurück zur Preis/Leistung des T5p. € 999,- sind sicherlich kein Schnäppchen, aber man schaue sich das Gesamtpaket an. Made in Germany, wertig und edel verarbeitet. Im Lieferumfang enthaltenes Transportcase in schwarzem, samtig weichem Verlours gehalten und mit Griffmulde sowie metallisch schimmerndem Label Etikett auf Außen- wie Innenseite der Haube...und lust but not least, einer Produktgarantie über 5 Jahre. Daraus lässt sich auch schlussfolgern, dass der Hersteller von der Langlebigkeit seines Produktes überzeugt ist.
    Daher ist der aufgerufene Preis an dieser Stelle nicht mehr als gerechtfertigt! Oder um es im Jargon korrekt auszudrücken, Preis/Leistung ist „sehr gut“ - für ein „überragend“ ist mir der Preis leider noch um €100 zu hoch. Aber das ist meine persönliche Meinung und dient letztlich nur der „Gewichtsorientierung“ meines Urteils hinsichtlich der Preis/Leistung.

    Kann ich denn in Summe eine Empfehlung für den T5p aussprechen? Absolut! Ich möchte ihn jedenfalls nicht mehr missen und kenne auch klanglich (ausgewogen im Klangbild) nichts vergleichbares in dieser Kategorie, sprich dynamisch, geschlossen, Over Ear. Ob er für den portablen Einsatz unterwegs „Sinn macht“, habe ich noch nicht ausprobiert. Zum einen wollte ich primär einen geschlossenen Kopfhörer für meine mobilen Zuspieler haben, der klanglich mit dem K812 mithalten kann und out off the Box kein 3m langes Kabel beinhaltet. Zum anderen will ich damit tief in die Musik eintauchen. Wenn ich im Alltag meiner Arbeit nachgehe oder sonst wo unterwegs bin, könnte ich mich nicht so bewusst auf die Musik einlassen, wie ich es gerne täte - zum Beispiel zu Hause, wo es ruhig, entspannt und frei von „Alltagsstress“ ist.
    Und will ich mich in den 4 Wänden mit mobilen Geräten aufhalten, dabei auch die Räumlichkeiten wechseln oder gar einfach mal auf der Terrasse mit iPad oder FiiO verweilen, sind 1,40m eine hervorragende Kabellänge für ausreichende Bewegungsfreiheit ohne gefühlt ständig im Kabelsalat zu stehen.
    Um an diesem Punkt nun auch mal zum Ende meiner Rezension zu kommen...mein T5p lächelt mich bereits von der Seite an. :-)
    Nun ist diese Rezension zwar verhältnismäßig lange geworden, aber kurz, trocken und wortkarg kann wiederum auch jeder.

    Ich hoffe, Ihr hattet Spaß beim Lesen meiner Rezension und konntet euch ein möglichst „detailreiches“ Bild von dem Kopfhörer machen?!
    Von Sascha am 25.10.2018
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