Querflöten - Ihre Geschichte von Friedrich dem Großen bis zu Yamaha

Vorformen der Querflöte gibt es bis heute noch in Asien und Afrika. In Europa kam sie erst Ende des 17. Jh. auf. Sie verdrängte nach und nach die Blockflöte. Ihr Vorteil war der wesentlich größere Tonumfang. Aus dieser Zeit stammen auch die Begriffe „Flauto dolce“ für die Blockflöte und „Flauto traverso“ für die Querflöte. Die ersten Querflöten hatten nur wenige Grifflöcher. Die Spieler mussten sich teilweise mit abenteuerlichen Griffkombinationen und vielen Gabelgriffen behelfen. Ein tonreines Spiel wurde dadurch sicher erschwert. Bei der Entwicklung der Querflöte spielten zwei Männer eine große Rolle, die Wesentliches zur Entwicklung der heutigen Bauform der Flöte, hier insbesondere der Mechanik, beigetragen haben. J.J. Quantz, der Flötenlehrer Friedrich des Großen und Theobald Böhm haben mit ihren Entwicklungen der Griffsysteme und der Klappenmechaniken ein modernes Flötenspiel erst möglich gemacht.

Die verschiedenen Ausführungen und die Tonentstehung bei der Querflöte

Querflöten gibt es ebenfalls in verschiedenen Baugrößen. Piccoloflöten und Sopranflöte finden zumeist Verwendung im Orchester, Altquerflöte bisweilen in der moderneren Orchesterliteratur. Altquerflöte bis Subkontrabassflöte sind eher im Flötenensemble zu finden.

Querflöten werden dreiteilig gebaut. Die Verbindung zwischenKopf, Mittelstück und Fußstück wird durch glatte Metallzapfen hergestellt. Die Tonerzeugung ist ähnlich der bei der Blockflöte. Die Funktion des Windkanals übernehmen die Lippen des Spielers. Sie führen den Luftstrom auf die Kante des Mundlochs, wo er gebrochen wird. Die dabei entstehenden Schwingungen werden von der Luftsäule im Korpus der Querflöte aufgenommen, durch Verkürzen oder Verlängern der Luftsäule, Auflegen oder Abheben der Finger, wird die Tonhöhe variiert. Durch die von Theobald Böhm entwickelte Mechanik wurden viele komplizierte Griffkombinationen überflüssig. Diese werden durch verschiedene Klappenkombinationen und Klappenkopplungen übernommen. Damit wird ein tonreines Spiel wesentlich erleichtert

Querflöten Made in Japan

Die wichtigsten Flötenhersteller findet man heute alle in Fernost, überwiegend in Japan und Taiwan. Es sind dies Yamaha, Jupiter, Pearl, Azumi, Altus, Muramatsu, Sankyo. Die Sortimente unterscheiden sich teilweise stark. In Europa und den USA haben sich einige kleinere Flötenbauer etabliert.
Querflöten werden heute überwiegend aus Metall gefertigt. Verwendete Materialien sind Neusilber, Silber, Sterlingsilber, Britanniasilber,Gelbgold in verschiedenen Reinheitsstufen, Weißgold, und Platin. All diese Materialien können auch in verschiedenen Kombinationen eingesetzt werden. Eine sehr weitverbreitete Kombination ist etwa Silberkopf mit Neusilberkorpus, oder auch Silberkorpus mit Neusilbermechanik. Das verwendete Material hat immer Einfluss auf den Klang des Instruments.
Piccoloflöten werden oft auch in Kunststoff, Holz oder Neusilber gebaut. Auch hier sind Materialkombinationen, wie zum Beispiel Neusilberkopf und Kunststoffkorpus möglich.
Sopranflöten werden nur von sehr wenigen Herstellern in Holz angeboten und auch nur als Einzelstücke gebaut.
Ebenfalls auf dem Markt sind Flöten, die in ihrer Bauform so verändert wurden, dass sie auch Kindern ein frühes Erlernen der Querflöte möglich machen. Dazu wurde von verschieden Firmen die Korpusform verändert ohne das Rohr zu kürzen. Damit verlagert sich der Schwerpunkt und die Position der Finger/ Hände mehr zum Körper hin und ein bequemes Spielen und Üben ist damit möglich. Besonders interessant ist hier die D-Loop Flöte von Jupiter.