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Klarinetten - Ihre Entwicklung und ihre heutigen Formen

Die erste Klarinette wurde im Jahre 1690 von Johan Christoph Denner in Nürnberg gebaut. Es war eine Weiterentwicklung der französischen Schalmei und wurde wie diese mit einem einfachen Rohrblatt gespielt. Denners Klarinette hatte zwei Klappen, die Überblasklappe ermöglicht dabei das Quintieren in die Duodezim, was der Klarinette ihren großen Tonumfang verleiht. Die Klappenzahl erhöhte sich mit den Jahren und mit den technischen Möglichkeiten der Instrumentenmacher. Die wesentlichen Einflüsse auf dem Weg zur heutigen Mechanik kamen von Iwan Müller und Theobald Böhm. Das Böhmsystem, von der Querflöte bekannt, wurde dabei von Hyacinthe Klosé auf die Klarinette übertragen und angepasst. Bis sie technisch ausgereift war, verging jedoch mehr als ein Jahrhundert.

Die Griffsysteme "Deutsch" und"Böhm"

Man unterscheidet zwei Griffsysteme – „Deutsch“ und „Böhm“. Die beiden Griffsysteme unterscheiden sich in verschiedenen Griffkombinationen, aber vor allem in der Anzahl der verbauten Klappen. Während die Böhmklarinette in der professionellen Ausführung mit 18 Klappen und sechs Ringen auskommt, braucht es für die deutsche Klarinette in der entsprechenden Ausführung 27 Klappen und fünf Ringe. Die von Amateuren gespielten Instrumente der deutschen Griffweise kommen allerdings meist mit 20 – 22 Klappen aus. Während sich das deutsche Griffsystem im deutschsprachigen Raum durchsetzen konnte, wird weltweit dem Böhmsystem der Vorzug gegeben. Der große Vorteil der Klarinette gegenüber allen anderen Holzblasinstrumenten liegt in ihrem großen Tonumfang, der fast vier Oktaven umfasst.

Die Bauweise und die Tonentstehung bei der Klarinette

Die Klarinetten sind in fünf Teilen gebaut: Mundstück oder Schnabel, auf das ein Rohrblatt mit einer Blattschraube befestigt wird, Birne oder Fass, Oberstück, Unterstück und Becher oder Schallstück. Die Verbindung wird durch Zapfen hergestellt, die mit Korkringen versehen sind und übereinander geschoben werden. Die Tonerzeugung geschieht durch den Luftstrom, der über das Klarinettenblatt geblasen wird und dieses in Schwingung bringt. Die Schwingung setzt sich in der Luftsäule des Instrumentes fort. Durch Auflegen oder Abheben der Finger auf die Tonlöcher (Klappen) wird die Luftsäule verkürzt oder verlängert – der Ton wird höher oder tiefer. Klarinetten gibt es in verschiedenen Baugrößen, weit verbreitet sind Es–Sopran-Klarinette bis Bassklarinette. Die häufigste Verwendung findet die Sopranklarinette in B. Sie ist das Standardinstrument in der Ausbildung und für alle Amateure. Sopranklarinetten in A (Standard im Sinfonieorchester) und in den Stimmungen C, D oder G finden ausschließlich im Sinfonieorchester Verwendung. Das gilt auch für das Bassetthorn, eine Klarinette in Altlage. Ebenso die tiefen Klarinetten unterhalb der Bassklarinette, Kontraalt und Kontrabassklarinette. Eine Besonderheit, die zumeist im Alpenraum in der Volksmusik vorkommt, ist die hohe As-Klarinette. Sie ist etwa so groß wie eine Sopranblockflöte und wird auch „pieck-süßes Hölzerl“ genannt.
Klarinetten werden üblicherweise aus Grenadillholz gebaut, sehr einfache Modelle auch aus Kunststoff.

Die wichtigsten Klarinetten-Hersteller

Böhmklarinetten für Schüler haben 17 Klappen und fünf Ringe. Die großen Hersteller sind die Firma Buffet-Crampon, Selmer, Yamaha u.a. Schülerklarinetten mit deutschem Griffsystem gibt es in verschiedenen Ausführungen mit 17, 18, 20, 22, 23 Klappen und fünf oder sechs Ringen.
Bei den deutschen Klarinetten sind in den letzten Jahren auch mehrere Hersteller mit einem Griffsystem auf den Markt gekommen, das auch für kleine Hände geeignet ist und somit einen frühen Beginn des Klarinettenspiels für Kinder ermöglicht. Schreiber D12 oder Schreiber D13, Uebel 621KH.
Die wichtigsten Hersteller für Klarinetten in deutschem System sind: Schreiber, Yamaha, Adler, Uebel. Daneben gibt es in Deutschland auch noch einige kleinere Hersteller.