Die Geschichte der Blasinstrumente

Die immense Vielfalt und Reichhaltigkeit der Blasinstrumentenfamilie, wie wir sie heute kennen, geht auf eine Jahrtausende alte Entwicklungsgeschichte zurück. So lassen sich archäologische Funde aus Geweihstücken und Tierknochen, welche über 40.000 Jahre zurückdatieren, als erste Aerophone, also flötenartige Blasinstrumente, identifizieren. Im Laufe der Entwicklung wechselten die Materialien von Knochen und Ton zu Holz, Metall und auch Kunststoff, aus welchen die meisten Blasinstrumente heute gefertigt sind. Das Prinzip der Tonentstehung und der Tonhöhenveränderung jedoch ist seit vorchristlicher Zeit gleich geblieben.

Historische Holzblasinstrumente

Von der Panflöte bis zur Blockflöte

Bei den alten Ägyptern war die Flöte das beliebteste Blasinstrument, wie man auf alten Steinreliefs gut erkennen kann. Sie wurde anfangs als Längsflöte verwendet. Die Blastechnik war wohl dieselbe wie sie bis heute bei Panflöten üblich ist.
Mehrere Längsflöten gebündelt ergaben die ersten Panflöten. Die unterschiedlich langen Röhren wurden dabei mit Wachs oder Schnüren verbunden. Dieses war dann später im alten Griechenland ein oft gespieltes Instrument der Hirten.
Zur gleichen Zeit hat wohl in Südamerika eine ähnliche Entwicklung stattgefunden. Funde belegen, dass dort schon früh auf flötenähnlichen Instrumenten musiziert wurde.

Eine weitere Entwicklungsform der Flöte war die Schnabelflöte. Der Ton wird erzeugt indem der Luftstrom durch einen engen Spalt auf eine scharfe Kante trifft. Aus der Schnabelflöte entwickelte sich die Blockflöte, die im 16. Und 17. Jh. die einzige in den europäischen Ländern gespielte und bekannte Flöte war. Bis heute gehört die Blockflöte zu den beliebtesten Schulinstrumenten.

Doppelrohrblattinstrumente

Ein Doppelrohrblattinstrument, das im altgriechischen Musikleben einen Platz hatte, war der Aulos. Während man früher den Aulos den Flöteninstrumenten zuordnete, kann man heute nachweisen, dass es sich um ein Doppelrohrblatt-Instrument ähnlich der Schalmei handelte. Es hatte sogar in den frühen Bauformen schon ein Überblasloch. Der Aulos bestand aus zwei nebeneinander liegenden Röhren, die zylindrisch gebohrt waren. Das Instrument „quintierte“ – überbließ also wie heute die Klarinetten in die Duodezime. Der Ton war sehr hell und scharf. Ohne Zweifel ist der Aulos einer der wichtigsten Vorläufer unserer heutigen Holzblasinstrumente.

Von der Schalmei zum Saxophon

Die Schalmei ist ein Doppelrohrblatt-Instrument der Araber, das über Spanien in Europa eingeführt wurde. Der Name stammt vom verwendeten Doppelrohrblatt (lat. calamus = Rohr, Halm; frz. chalumeau).
Familienweise gebaut nannte man die Schalmeiengruppe „Bomharde“ oder „Pommern“ (frz. bombarde = Donnerbüchse). Verwendet wurden Alt-,Tenor-, Bass-, und Kontrabass-Pommer. Aus dem Altpommer entstand die heutige Oboe, die als das älteste Instrument der heutigen Holzblasfamilie angesehen werden darf. Ähnliche Instrumente sind schon aus vorchristlicher Zeit bekannt. Es vergingen allerdings noch viele Jahrhunderte bis sie zu ihrer heutigen Form ausgebaut wurde.
In der Zeit des Barock war der Dulzian ein gern gespieltes Instrument. Den Pommern verwand hatte er ebenfalls ein Doppelrohrblatt. Seine Verwendung wird zuerst im nördlichen Spanien nachgewiesen, wo er zusammen mit der kleinen Trommel als Begleitung gerne als Tanzinstrument verwendet wurde. Der Dulzian ist der Vorläufer des heutigen Fagotts, wobei allerdings auch vom Basspommer zumindest die Bauform übernommen wurde.
Aus der französischen Schalmei entwickelte Johann Christoph Denner 1690 ein vollkommen neues Instrument: die Klarinette, welche sich schnell großer Beliebtheit erfreute aufgrund ihres großen Tonumfangs. Von der Klarinette stammt ein weiteres heute sehr populäres Holzblasinstrument ab, das Saxophon, welches von dem Belgier Adolphe Sax im Jahre 1840 erfunden wurde.

Moderne Holzblasinstrumente

So entstand die heute bekannte und beliebte Familie der Holzblasinstrumente, zu der Querflöte, Oboe, Fagott, Klarinette und Saxophon sowie natürlich die Blockflöte zählen. Bei session bieten wir in unserem umfassenden Blasinstrumenten-Sortiment alles, von einfachen Einstiegsinstrumenten bis zur Profi-Klasse, vielfältiges und nützliches Zubehör wie Blätter, Mundstücke, Instrumentenkoffer und Ständer. Außerdem gehört zu unserem Service-Pakete in kostenloser Check und Einstellservice ein Jahr nach dem Kauf des Instruments. Hier findet ihr zudem wertvolle Tipps zur Reinigung und Erhaltung von Holzblasinstrumenten und von Blechblasinstrumenten in unserer Broschüre zum kostenlosen Download.