Musiklehrernetzwerk Wiesbaden e.V.

gruppe01
brittaroscher04

 

Hallo liebe Blogleser,

seit dem Jahr 2000 bietet das Musiklehrernetzwerk in Wiesbaden ebenso qualifizierten wie lebendigen Musikunterricht. Britta Roscher, Initiatorin des Projekts und selbst Pädagogin, skizziert ihre Ansichten übers Unterrichten und über die Notwendigkeit von Konzerten.

Britta, Dein Werdegang zur Musiklehrerin?

Britta Roscher: Nach dem Abitur folgte zunächst ein Querflötenstudium an der Wiesbadener Musikakademie und danach ein künstlerisches Aufbaustudium an der Musikhochschule Dortmund. Später habe ich mich der Kinesiologie zugewendet und Touch for Health-Kurse und Workshops zum Thema "Bipolare Atmung nach Wilk/Hagena" besucht, da mich diese Körperarbeit sehr interessierte. Eine sehr kreative und sinnvolle Ergänzung, auch für den Instrumentalunterricht, war dann die Ausbildung zur Musik-Kinesiologin in Wien. Verschiedene Elemente fließen in meinen Unterricht ein, je nach Bedürfnis des Schülers. Nach einigen Jahren des Einzelkämpferdaseins, habe ich dann 2000 mit einigen Kollegen das Musiklehrernetzwerk Wiesbaden gegründet. Das ist ein Zusammenschluss von selbständigen qualifizierten Instrumental- und Vokallehrern. Für mich eine sehr effektive und bereichernde Kooperation.

Wie lauten ideaele Voraussetzungen, die ein Schüler mitbringen könnte?

Britta Roscher: Neugier, Offenheit, Kreativität, Freude an Musik und dem Instrument und auch etwas Ehrgeiz sind sicherlich zuträgliche Qualitäten.

Sind das aktive Musikhören oder Konzertbesuche unverzichtbar?

Britta Roscher: Ich persönlich finde das sehr wichtig! Es motiviert doch zu sehen, wo regelmäßiges Üben hinführen kann. Es ist spannend, bereichernd und eine sehr intensive Erfahrung Musiker "bei der Arbeit" zu erleben. Und ein schöner Abend bzw. Nachmittag ist es doch auch.

Triosonate von Quantz

Gibst Du konsequent Hausaufgaben auf? Gibt es Lernkontrollen?

Britta Roscher: Ja, die meisten meiner Schüler haben sogar ein Hausaufgaben-Heft! So geht kein Stück oder keine Übung vergessen und wir können gemeinsam ablesen, wie die Entwicklung voranschreitet. Manche Schüler haben kleine Tests sogar sehr gerne, sie wollen wissen wo sie stehen und werden dadurch angespornt! Wobei man schon einen Unterschied macht zwischen jugendlichen und erwachsenen Schülern. Die Zielsetzung darf man nicht aus den Augen verlieren.

Schülerkonzerte, Vorspiele - wichtig oder unnötiger Stressfaktor?

Britta Roscher: Wir Lehrer des Musiklehrernetzwerk Wiesbaden e. V. haben jährlich zwei Termine für Schülervorspiele, zusätzlich gibt es ein weiteres Vorspiel, was für erwachsene Schüler reserviert ist. Kleinere Klassenvorspiele werden außerdem von Lehrern organisiert. Daraus ersieht man, dass wir diese Konzerte für wichtig erachten, denn wo bekommt der Schüler soviel Applaus und Anerkennung für seine Leistung? Erfolgserlebnisse sind wichtig und retten jeden von uns über so manche mühselige Übephase hinweg. Gemeinsam mit anderen auf der Bühne zu stehen, zu musizieren und Geübtes dem Publikum vorzutragen sind eine besondere Situation. Natürlich wird niemand dazu gezwungen und es liegt in unserer Verantwortung den Schüler sanft und geduldig auf diesen Moment vorzubereiten!

Wie wichtig ist die "Chemie" zwischen Lehrer und Schüler?

Britta Roscher: Sehr wichtig! Instrumentalunterricht ist eine sehr intime und persönliche Sache und Lehrer und Schüler müssen einander vertrauen und miteinander arbeiten können. Mir ist es rätselhaft, wie das ohne gegenseitige Rücksichtnahme oder Empathie funktionieren kann. Deshalb empfehle ich Probestunde und eine Probezeit zu vereinbaren, denn beide Seiten müssen testen können, ob sie zueinander passen.

Body-Percussion

Noch ein letzter Tipp für den Nachwuchs?

Britta Roscher: Neugierig sein, Fragen stellen, viel Hören und Ausprobieren. Mutig sein und auch mal Durchhalten! Denn wie sagte schon Tao Te King: "Eine Reise von tausend Meilen beginnt mit einem ersten Schritt."

Weitere Infos

Das Musiklehrernetz im Internet:  www.musiklehrernetzwerk.de

Hinweis: Bei den beiden Videos handelt es sich um Live-Mitschnitte des letzten Benefizkonzert des Musiklehrernetzwerk Wiesbaden e. V.

am 2. Oktober 09 im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.

Mein Kommentar

Bitte fülle die Felder, die mit einem * markiert sind

Benachrichtige mich, wenn jemand einen Kommentar zu dieser Nachricht schreibt.