Hallo liebe Blog-Leser, Lust auf ein sommerliches Live-Spektakel im XXL-Format? Das Wilhelmsstraßenfest – offiziell als „Theatrium“ bezeichnet – ist Deutschlands größtes Straßenfest. Es wird traditionell am zweiten Juniwoche in Wiesbaden veranstaltet. Auch Fans guter Livemusik zieht es jährlich zur Wiesbadener „Rue“. Ganz klar eine der Hauptattraktionen: Die Nightbirds mit ihrem unverwechselbaren Party-Mix mit vielen Popklassikern. Und diesmal wird gefeiert: 25 Jahre Nightbirds auf der Wilhelmstraße.
The Show Must Go On
Das Theatrium ohne Nightbirds? Das ist wie handgemachter Funk ohne Slapbass. Zitieren wir aus der Ankündigung der Stadt Wiesbaden: „Ein Wilhelmstraßenfest ohne die “Nightbirds” ist nahezu undenkbar und so war es keine Frage, dass die Wiesbadener Band auch 2009 wieder mit von der Partie ist, und das bereits zum 25. Mal.“ Tom Fischer, seit 1988 Bassist der Nightbirds, verrät Euch im Interview mehr über die Pläne und das Programm fürs 25-jährige Jubiläum.
25 Jahre Theatrium – was hat sich für Dich seit 1984 verändert?
Tom Fischer: Puh – soll ich den Blog sprengen? Natürlich eine ganze Menge! Wenn wir uns gemeinsam die ersten Super8-Filme anschauen, gibt es schnell ein Wachrütteln und großes Gelächter. Damals hatten noch alle Haare und die waren nicht mal ansatzweise grau. Schlimm waren insbesondere die damaligen Bühnenklamotten. Aber so sind wir nun mal alle rumgelaufen – Publikum und Band.
Das Fest war 1984 noch recht überschaubar und wurde alleine vom Staatstheater ausgerichtet. Irgendwie war alles sehr persönlich und wir hatten durch die kleinere Bühne direkteren Kontakt zum Publikum. Für ein abendfüllendes Partyprogramm hatten wir nicht mal genug Titel und mussten „I will Survive“, „Celebration“ oder „Flashdance“ zigmal pro Abend wiederholen. Unfassbar peinlich, aber das Publikum war dennoch begeistert… Etliche Zuschauer sind übrigens mit uns groß und alt geworden. Heute stehen sie gar als Oma und Opa mit ihren Kindern und Enkeln vor der Bühne.
Positiv ist für mich, dass es technisch und musikalisch einige Veränderungen gab. Mit dem ganzen Drumherum sind auch wir gewachsen und wurden immer routinierter. Der Nightbirds-Sound wurde außerdem durch den Einstieg von zwei weiteren Sängerinnen und unserem Percussionisten immer fetter und bombastischer. Dieser Sound ist definitiv unser Markenzeichen und wir schauen immer, dass ein neuer Titel auch in unseren Sound passt.
Organisiert zum Gig
Die Nightbirds sind eine XXL-Formation – wie bekommt man so viele Musiker zusammen?
Tom Fischer: In der Tat ein Problem. Wir haben ein paar Profis mit an Board, die natürlich auch in anderen Bands spielen. Gemeinsame Termine für Auftritte und Proben zu finden ist daher äußerst schwer. Früher kamen auch alle aus Mainz, Wiesbaden und Umgebung. Heute wohnen einige von uns in Stuttgart, Seeheim, Hanau. Also muss man sehen, dass man die wenigen Gesamtproben sehr gut vorausplant, was uns zugegeben nicht immer gelingt…
Neue Titel werden im Block einstudiert – meist vor dem WSF. Da nicht immer alle zur Probe können, hören wir Arrangements oftmals erst auf der Bühne im kompletten Satz. Manchmal sind wir positiv vom Song überrascht, manchmal wird ein Titel direkt nach dem ersten Aufführen „eingetütet“ und fliegt raus aus dem Programm…
Was steht auf dem Spielplan fürs Jubiläum?
Tom Fischer: Nun – es wird Neues geben und neues Altes. Bei einem Jubiläum dürfen unsere Klassiker aus dem Programm nicht fehlen. Einstudierte Showeinlagen gibt es bei uns nur wenige – die ganze Band ist spontan und dem Treiben der Kollegen zuzuschauen ist für mich selbst schon eine Show. Mir persönlich gefallen die Titel gut, die unseren Sound gut rüberbringen. Das hebt uns schließlich von anderen Bands ab. Titel wie „Music“ oder Bohemian Rhapsody“ bringen nicht viele Bands live auf die Bühne.
Spielt Schmidt – bässtens!
Welches Equipment hat sich bei Dir technisch bewährt?
Tom Fischer: Ist das nicht auch eine Sache der Pflege? Hatte mal einen Marshall-Transistoramp in den frühen 80ern. Der war ständig kaputt. Grundsätzlich schaue ich also schon immer nach Langzeitqualität und Herstellerservice. Da liegst Du mit den großen Markenfirmen fast immer richtig. Mit der Glockenklang Bassart war ich 12 Jahre unterwegs, mein 350er SWR der alten Serie hat 12 Jahre auf dem Buckel und mein SWR BassicBlack ist gar schon 18 Jahre alt.
Ganz wichtig sind Kleinigkeiten wie gute Kabel und Stecker. Lieber ein paar Euro mehr ausgeben für Qualität! Bei den Bässen habe ich beste Erfahrungen mit Humanbase, Fender und Yamaha gemacht. Da ging nie wirklich was kaputt. Bei den Basssaiten sieht es da schon anders aus. Hier spiele ich am liebsten die beschichteten Sätze von Galli-Strings. Die halten ewig, fühlen sich gut an und klingen auch in den Höhen wie unbeschichtete Roundwounds.
Da ist ein guter Kontakt zum Fachhändler wohl wichtig?
Tom Fischer: Fahre immer wieder gerne zu Musik Schmidt – nicht nur wegen der guten Preise. Dort sind alle Verkäufer, mit denen ich bis dato zu tun hatte, sehr kompetent und nett dazu! In der Bassabteilung war das schon mit Simon klasse und das ist bei Gregor nicht anders. Auch mit Jan-Dirk Löffler, Volker Hüttl und Peter Schips habe ich nur angenehme Erfahrungen gemacht. Alles liebe Kollegen und keine Schwätzer oder Selbstdarsteller. Ich stand früher ja selbst hinterm Ladentresen im Musikgeschäft meiner Mutter – weiß also wovon ich rede (lacht).
Wie findest Du eigentlich den Online-Auftritt?
Tom Fischer: Schön aufgerüstet. Ich selbst bin ja bei Schott Music in Mainz seit 1998 für die Internetentwicklung zuständig – weiß also auch hier ganz gut Bescheid. Übersichtlichkeit des Layouts, klare Funktion des Shops und detaillierte Produktinfos samt multimedialer Aufbereitung per Produktvideos – so ist das klasse. Auch sinnvoll eingesetzte Web 2.0-Funktionalitäten wie Produktbewertungen sehe ich mir immer gerne an und schreibe auch eifrig selbst welche. Den Austausch mit anderen Kunden ist ein echtes Plus.
Besten Dank an die Nightbirds. Und viel Spaß am 12/13. Juni 2009 in Wiesbaden.
Die Nightbirds im Internet: www.nightbirds.de


