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Frank Haunschild: Die neue Harmonielehre

haunschild frank die neue harmonielehre Frank Haunschild: Die neue HarmonielehreLiebe Blogleser,

der deutsch-amerikanische Jazzgitarrist Frank Haunschild ist vor allem als Autor einer recht verbreiteten Harmonielehre bekannt. Genau dieses Lehrbuch möchten wir Euch vorstellen. Sie heißt Die neue Harmonielehre und ist im AMA-Verlag erschienen.

Neuer Kurs

Das Adjektiv „neu“ im Buchtitel deutet an, dass sich Haunschilds Werk von den etablierten „klassischen“ Harmonielehren (z.B. von Arnold Schönberg) unterscheiden soll. Es handelt sich um ein „musikalisches Arbeitsbuch für Klassik, Rock, Pop und Jazz“. Allerdings nutzt die bereits 1988 erschienene Lehre freilich nicht die heutigen medialen Möglichkeiten. Anstelle einer trockenen „Papieranalyse“ wünsche ich mir zumindest ergänzende Klangbeispiele, die die Wirkung harmonischer Wendungen akustisch demonstrieren. Wer dies ähnlich sieht, sollte sich die jüngere Taschenbuch-Variante mit dem gleichen Titel „Die neue Harmonielehre“ holen, die 1996 im AMA-Verlag erschienen ist. Sie bietet 192 Hörbeispiele mit über 100 Übungen mit Auflösungen.

Lehrbuchautor hören

Frank Haunschild als Komponist und Interpret des Titels „Minor Blue“

Haunschilds Harmonielehre ist gut und recht sachlich geschrieben. Lockere oder saloppe Formulierungen tauchen an keiner Stelle auf. Die einzelnen Themenabschnitte bleiben meistens recht kurz. Auf langatmige oder verworrene Kapitel, die mehrfach gelesen werden müssen bis man sie inhaltlich versteht, wurde verzichtet.

Basics der Musiktheorie

Die ersten drei Kapitel beschäftigen sich nicht direkt mit der Harmonielehre. Vielmehr geht es um musiktheoretische Grundlagen. Vorgestellt werden die Notenschrift, die Notenwerte, Taktarten oder auch die Versetzungszeichen. Der nächste Abschnitt streift das Phänome der Obertonreihe als Voraussetzung für die Arbeit mit Harmonien. Ausführlicher werden die Intervalle beschrieben. Dabei überraschen Exkurse in die Hörpsychologie oder die Intervallqualitäten im klassischen Kontrapunkt.

Akkordarbeit

Ab dem vierten Kapitel erscheinen die Drei- und Vierklängen in allen üblichen Variationen. Die Akkordsymbolschrift, Slash-Chords und andere Dinge werden erläutert. Einen kühlen Kopf benötigt man, sobald die Kirchentonarten eingeführt werden. Nun heißt es „Akkorde sind Skalen – Skalen sind Akkorde“ – das will erst einmal verinnerlicht sein. Harmonisch Moll und Melodisch Moll sowie natürlich auch die in der Popmusik rechte verbreiteten pentatonischen Tonleiter werden teilweise mit Übungen, deren Lösungen im Anhang des Buchs zu erfahren sind, gut unterrichtet.

Intensivkurs

Am Ende angekommen, fragt man sich, ob die systematische Vorgehensweise beziehungsweise die Abfolge der insgesamt elf Kapitel so glücklich gewählt worden ist. Zumindest würde eine mehrseitige Einführung in den gesamten Themenkomplex für mehr Transparenz sorgen beim ersten Kontakt mit diesem Buch. Für Einsteiger ist der Stoff anspruchsvoll. Das Lehrwerk empfiehlt sich keineswegs für die amüsante Lektüre im Bett oder auf der Couch.

Alles in allem ist Die neue Harmonielehre von Frank Haunschild ein Standardwerk, das ins Bücherregal junger Musiker gehört, die ihr harmonisches Repertoire im Pop, Jazz oder Rock erweitern möchten. Wer sich in die Materie ernsthaft einarbeiten und – idealerweise zusätzlich Kurse besuchen – möchte, wird für eine lange Zeit mit diesem Lehr- und Nachschlagewerk beschäftigt sein.

Weitere Infos
Webseiten des Verlags: www.ama-verlag.de
Homepage des Autors: www.frankhaunschild.de

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