
Hallo liebe Blogleser,
in Frankfurt gibt es neuartige Ausbildungsmöglichkeiten für Producer und DJs: die Produzentenschmiede. Michael Kohlbecker, Gründer der Produzentenschmiede, bringt Licht ins Dunkel beim Produzieren elektronischer Musik. Mehr dazu verrät er uns im Interview.
Wer und wo ist die Produzentenschmiede?
Michael Kohlbecker: Pascal Feos ist neben mir einer der Hauptdozenten. Zusammen haben wir 45 Jahre Berufserfahrung und über 1000 Veröffentlichungen. Die Seminare finden in einem Bunker mitten in Frankfurt an der Bertramswiese statt – Bunker haben leider keine Postanschrift. In der ehemaligen Regie der Böhsen Onkelz ist heute ein System mit vielen Studios. Namhafte Gastdozenten sind bereits eingeplant, die wir aber noch nicht bekannt geben können.
Welche Producer will die Produzentenschmiede erreichen?
Michael Kohlbecker: Wir sprechen alle Musikschaffenden an, die sich mit der elektronischen Musik beschäftigen. Unabhängig davon, welchen Stil sie verfolgen. Das Ziel ist, diese Talente mit Fähigkeiten zu versehen, die es ihnen möglich macht, flexibel genreübergreifend produzieren zu können und wie genau man Musik erfolgreich produziert und damit Geld verdienen kann. Einer der ersten Teilnehmer meinte wortwörtlich: “Es ist als wäre ich immer mit Taschenlampe im Studio gewesen und dann kommt die Produzentenschmiede und macht mal das Licht an”. 
Sollten die Teilnehmer bestimmte Voraussetzungen erfüllen?
Michael Kohlbecker: Wichtig ist die Leidenschaft und der Wille oder besser Sucht, Musik zu machen! Die Kenntnisse, alles von A bis Z bringen wir dem Interessenten bei. Das Wissen was wir vermitteln, richtet sich nicht nach technisch spezifischen Punkten, sondern, nach dem Seminar hat man endlich die Kenntnisse, die man haben muss, um die richtige Technik zu kaufen, sie richtig zu benutzen, wie man komponiert und einspielt, programmiert, arrangiert, wie man den Mix macht, wie man aufnimmt, wie man das verkauft, GEMA, GVL, Finanzamt, Vetragsrecht, Lizenzrecht und vieles mehr.
Ist es gut, wenn man mit Cubase auf dem Notebook zum Seminar kommt?
Michael Kohlbecker: Ja, das ist ok, da wir uns auf die technischen Bedingungen von jedem Teilnehmer einstellen und von seiner Perspektive aus, schauen, wie er die nächsten Schritte für sich optimieren kann bzw. wie die nächsten Einkäufe etc. Und ganz wichtig, jeder Teilnehmer spielt seine Werke vor, damit nach dem Seminar beim Recall (6 Wochen später) der vorher hinterher Effekt zu hören ist.
Wir arbeiten auf allen Softwarelösungen, die als etabliert gelten – Cubase, Abbleton, Logic und viele mehr samt Soundeditoren. Ist aber nicht wichtig, da wir aus der Vogelperspektive beim Seminar sehen und nicht aus der Perspektive einer bestimmen Software.
Wie lauten die Lernziele der Produzentenschmiede?
Michael Kohlbecker: Wir werden immer gefragt, “wie bekomme ich meine Idee und Vision so hin, wie ich es mir vorstelle? Welche Töne passen zusammen etc.” - wie gesagt, wir schalten das Licht im Studio an! Die Kenntnisse, alles von A bis Z bringen wir dem Interessenten bei. Unser vermitteltes Wissen richtet sich nicht nur nach technisch spezifischen Punkten, sondern, nach dem Seminar hat man endlich die Kenntnisse, die man haben muss, um die richtige Technik zu kaufen, sie richtig zu benutzen, wie man komponiert (Musiktheorie) und einspielt, programmiert, arrangiert, wie man den Mix macht, wie man aufnimmt, wie man das verkauft, GEMA, GVL, Finanzamt, Vetragsrecht, Lizenzrecht, Urheberrecht, Titelarchivierung, aber am wichtigsten, die Horizonte zu erweitern und den Teilnehmer über Jahre ausgezahlte Methoden und Arbeitschablonen zu vermitteln.
Ebenso wichtig sind die Kenntnisse über Business und Optimierung mit Umgang der Musikindustrie. Gut ist es zudem, dass jeder Teilnehmer automatisch in einen Produzentenpool kommt aus den sich ein Verbund bildet. Dieses Netzwerk ist ein rein synergetisches Netzwerk von vielen Spezialisten. Häufige Treffen, Austausch und gegenseitiges Helfen, Remixen und vieles mehr.
Für DJs gibt es auch Workshops?
Michael Kohlbecker: Ja, ab Februar bieten wir auch DJ Kurse an, wo es nicht darum gehen wird, wie man Übergänge macht, wir vermitteln dort, wie man zum Energiespezialisten im Club wird und weiss die Spannungsbögen gut einzusetzen. Sprich, etablierte DJs zeigen, wie man rockt.
Am Ende des Seminars gibt es tatsächlich ein “staatlich anerkanntes Zertifikat”?
Michael Kohlbecker: Genau, ab Februar können wir staatlich zertifizieren. Es ist so, dass bis dato in der BRD noch keine Norm als Audio Producer, also Musikproduzent vorlag. Die haben wir exklusiv für die IHK neu erstellt. Eine Pionierleistung. Da dies absolut neu ist und auch erst durch sämtliche Verfahren läuft, dauert es leider bis Februar 2010, wo wir das anbieten können, jedoch alle Teilnehmer die bis dahin da waren, bekommen es nach einer Prüfung post hum verliehen. Weiter werden wir bei Weiterbildung Hessen EV angeschlossen und können damit staatliche Förderungen anbieten. Das gibt es so für Musikproduzenten noch überhaupt nicht.
Du arbeitest selber viel m
it Hardware – warum? Ist es heute nicht schöner, alles native im Rechner zu produzieren?
Michael Kohlbecker: Das Besondere an Hardware sind die Echtzeitzugriffsmöglichkeiten. Sprich was man anfasst, lässt ein viel intuitiveres arbeiten zu, als das Hirn abzulenken mit der Frage, was muss ich jetzt dafür oder dafür anklicken, um das oder jenes zu machen. Dies trifft auf Synths zu, ob Nordlead, Korg Karma, Roland etc. aber auch für das Mischpult, Tascam 3500, oder die Effekte wie das Eventide 4000.
Ob es schöner ist alles mit dem Rechner zu machen, liegt an der Person die es nutzt. Sprich ist individuell zu entscheiden. Alles im Rechner ist rein virtuell, wer das mag gerne. Man wird auch in Zukunft um anständige Hardware nicht herumkommen. Ein Studio, in dem nur ein Rechner mit Boxen steht, ist technisch zwar ein Studio, wird sich aber auch entsprechend anfühlen und wird es schwer haben aus dem Bauch heraus zu produzieren, weil der Kopf ständig abgelenkt ist, die Module des Studios im Rechner zu überschauen, anstatt, gleich handeln zu können – und genau darauf kommt es beim Produzieren an.
Letzte Frage: Noch immer in Kontakt mit Musik Schmidt?
Michael Kohlbecker: Schon in den 80er Jahren habe ich meine ersten Synthies bei Musik Schmidt gekauft und seither immer wieder zufriedener Kunde des Hauses. Die Namensschilder die damals noch üblich waren von Musik Schmidt kleben heute noch an meinen Geräten.
Weitere Infos
Die Homepage: www.produzentenschmiede.de (ab Ende 2009)
MySpace: www.myspace.com/produzentenschmiede



Ist wirklich eine geniale Sache. Ich war im Dezemberseminar und staune immer noch!
JEDER KANN HIER NOCH WAS LERNEN!
Beste Grüße aus Wiesbaden!